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Entdecke Deutschland (DuMont Bildband): 100 Touren zu Kultur, Geschichte und Natur

Bei dem Buch „Entdecke Deutschland“ handelt es sich um ein Buch im DIN A4 Format mit über 430 Seiten, einem stabilen Einband und einem Gewicht von deutlich über 2,5 Kilogramm, also nicht gerade zum Mitführen geeignet, als Anregung und für das Hotelzimmer oder die Ferienwohnung dagegen ideal, ebenso wie natürlich als Vorbereitungsmaterial für zu Hause.

Aufgeteilt ist der Reiseführer in neun Kapitel, die sich nach dem Reisemittel unterscheiden (zu Fuß, mit der Eisenbahn und dem Rad), nach den Interessengebieten (Literatur, Zeugen aus Holz, Glas und Stein, Kulinarische Entdeckungstouren, Kunst und Musik) und Geschichte (Reisen in die Vergangenheit, urbaner Glanz). Vor den einzelnen Touren gibt es eine Übersichtskarte von Deutschland in der die neun Themengebiete (farblich unterschiedlich gekennzeichnet) eingezeichnet sind, so kann nicht nur nach Themen sondern ebenfalls nach Regionen gesucht werden.

Die Kapitel haben immer einen ähnlichen Aufbau. Jede Tour ist auf zwei Doppelseiten mit vielen Bildern und Informationen versehen. Die Informationen sind nicht allumfassend, bieten aber die grundlegenden Informationen und bieten meistens Kontaktdaten um die weiterhin benötigten Informationen in Erfahrung zu bringen. Die Texte sind gut verständlich geschrieben und informativ, so wie ich es von einem Reiseführer erwarte.

Nicht nur die Informationen sind umgänglich, ebenfalls die Fotos sind sehr aussagekräftig und in verschiedenen Größen vorhanden. Sie unterstützen hierbei den Text und vermitteln einen Gesamteindruck der mich komplett überzeugt.

Am Ende des Buches befindet sich nochmal ein Register das dem schnellen Auffinden dient und das Ganze abrundet.

Fazit: Viele Informationen und Bilder auf kleinstem Raum, hier hält DUMONT was er verspricht, nämlich 100 Touren in Natur, Kultur und Geschichte.

Spätes Gewissen von Wolfgang Westphal

Paul ist mit seinen Eltern aus der ehemaligen DDR geflohen und kehrt nach der Wiedervereinigung zurück in seine alte Heimat. Ihm fällt nicht nur die Heimkehr schwer, sondern der Freitod seines ehemals besten Freundes, den er ohne Verabschiedung verlassen musste, bedrückt ihn. Als er in einem Versteck Teile eines Briefes von ihm findet, versucht er mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen.

Die Handlung ist vielschichtig mit vielen verschiedenen Strängen und dennoch einer klaren Linie. Es gibt bei jedem Kapitel an dem ein Ortswechsel spielt, den passenden Ort dazu und dadurch ist schnell klar um welchen Handlungsstrang es geht. Das Ganze wird noch durch die Schreibweise des Autors unterstützt.

Der Schreibstil ist ein angenehmer und so habe ich das Buch in kurzer Zeit lesen können. Stets werden auch kritische Themen und die Geschichte der DDR ins Spiel gebracht und das mit einer Leichtigkeit, dass es kaum auffällt. Vor allem wird der Lesefluss dabei nicht gestört. Ich mag diese Mischung die dem Buch unmerklich Tiefe gibt.

Der Protagonist wird in der Ich-Erzählung dargestellt und so kann sich der Leser einfach in diesen nachvollziehbaren Charakter hineinversetzen. Die weiteren Protagonisten bauen sich dagegen langsamer auf, haben dadurch ihren ganz besonderen Charme und nehmen immer mehr Platz ein.

Fazit: Für mich ein absolut faszinierendes Buch, das mich sofort in den Bann gezogen hat und nicht mehr losgelassen hat. Der Roman erhält von mir aufgrund seiner kritischen Betrachtung der deutschen Geschichte verdiente fünf Sterne.

Das Geheimnis des Seelenspiegels von Tom Glasauer

Es gibt einige Bücher zum Thema „Burn-out“, aber Tom Glasauer geht das Thema gänzlich anders an, denn er erzählt eine Geschichte und versucht so seine Erfahrungen zu vermitteln. Die Geschichte würde ich als modernes Märchen bezeichnen, denn die Geschichte spielt vor langer Zeit in einem fremden, orientalisch wirkenden Land.

Schon das Cover ist optisch auffällig und passt perfekt zum Buch. Das Buch ist aufgeteilt in Kapitel und Lektionen, wobei die Lektion ebenfalls die Handlung vorantreibt. Die Handlung hat einen roten Faden der konsequent verfolgt wird und nur wenige Abweichungen hat. Dafür ist die Handlung blumig und gut geschrieben.

Der Schreibstil von Tom Glasauer ist für ein Erstlingswerk erstaunlich routiniert geschrieben und dadurch eigentlich in kürzester Zeit lesbar. Ich habe mir angewöhnt nach jedem Kapitel einige Minuten die Augen zu schließen und mir über das Gelesene ein paar Gedanken zu machen, die manchmal umfangreicher sind und mich manchmal nur ein paar Sekunden zur Ruhe kommen lassen. Manche Kapitel / Lektionen habe ich mehrmals gelesen und so beim zweiten Lesen nochmals Ding entdeckt.

Die Geschichte ist in schöner Form erzählt die zu einem unterhält und zum anderen Dinge kritisch beleuchtet ohne zu sehr ein Lehrbuch sein zu wollen. Es wird vieles nur angedeutet und der Leser kann sich seine eigenen Gedanken machen.

Der Seelenspiegel und die Legende sind wirklich großartig und passen wunderbar zur Handlung. Hier werden dem Leser die Augen geöffnet und sich viel mit dem Thema „Burn-out“ beschäftigt. Der Autor lässt hier sein Erlebtes immer wieder einfließen. Sein Umgang mit der Krankheit wirkt trotz der ungewöhnlichen Form glaubhaft, auch wenn es dem Leser ein wenig Aufwand abverlangt und Mühe kostet. Der positive Effekt ist, dass sich der Leser direkt gedanklich mit der Thematik beschäftigen muss und nicht alles fertig serviert bekommt.

Fazit: Ein Sachbuch als Märchen geschrieben und das mit einer Tiefe und Offenheit die mich überzeugt hat. So einfach kann ein kompliziertes Thema erläutert werden, dafür fünf Sterne von mir.

Fußballmütter von Hanna Dietz

Caro hat sich erst von ihrem Mann getrennt und zieht nach einem Zwischenstopp bei ihren Eltern nun in ihre eigene Wohnung. Dort beginnt sie ihr eigenes Leben mit ihrem Sohn und das ist am Anfang recht turbulent, was mit der Anmeldung in einem Fußballverein nicht leichter wird.

Nach dem gelungenen und lustigen Cover war die Richtung, die der Roman einschlagen wird vorbestimmt, denn die Handlung ist humorvoll mit verschiedenen Richtungen und vielen überraschenden Wendungen.

Der Schreibstil ist gespickt mit viel Humor und einem Schuss Gesellschaftskritik und so recht unterhaltsam. Er ist locker und luftigen geschrieben, so dass das Lesen einfach Spaß macht und das Buch schnell gelesen ist.

Es werden viele Themengebiete und Probleme angeschnitten, jedoch nie so in die Tiefe gehend, dass es die kurzweilige Unterhaltung stören würde. Viele der Darstellungen sind realistisch, werden allerdings immer wieder entschärft. Jedes Kapitel wird mit einem kleinen Artikel oder Leitspruch aus dem Fußball eingeleitet, der manchmal mehr als erschreckend ist, da könnte man tatsächlich glauben, dass es bei einem Fußballspiel der F-Jugend wirklich um Leben und Tod geht.

Die Protagonistin Caro ist sehr schön mit Licht und Schatten dargestellt. Dagegen sind die weiteren Protagonisten recht eindimensional und entweder Schwarz oder Weiß. Hier hätte mir ein wenig mehr Differenzierung gefallen, dennoch passt es zum Buch.

Fazit: Ein unterhaltsames Buch das Spaß macht und einige kritische Themen anschneidet. Das Buch ist zwar nicht ohne Schwächen, aber die Mischung aus Humor und kritischen Themen ist durchaus gelungen und dafür fünf Sterne.

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