Das Geheimnis des Seelenspiegels von Tom Glasauer

Es gibt einige Bücher zum Thema „Burn-out“, aber Tom Glasauer geht das Thema gänzlich anders an, denn er erzählt eine Geschichte und versucht so seine Erfahrungen zu vermitteln. Die Geschichte würde ich als modernes Märchen bezeichnen, denn die Geschichte spielt vor langer Zeit in einem fremden, orientalisch wirkenden Land.

Schon das Cover ist optisch auffällig und passt perfekt zum Buch. Das Buch ist aufgeteilt in Kapitel und Lektionen, wobei die Lektion ebenfalls die Handlung vorantreibt. Die Handlung hat einen roten Faden der konsequent verfolgt wird und nur wenige Abweichungen hat. Dafür ist die Handlung blumig und gut geschrieben.

Der Schreibstil von Tom Glasauer ist für ein Erstlingswerk erstaunlich routiniert geschrieben und dadurch eigentlich in kürzester Zeit lesbar. Ich habe mir angewöhnt nach jedem Kapitel einige Minuten die Augen zu schließen und mir über das Gelesene ein paar Gedanken zu machen, die manchmal umfangreicher sind und mich manchmal nur ein paar Sekunden zur Ruhe kommen lassen. Manche Kapitel / Lektionen habe ich mehrmals gelesen und so beim zweiten Lesen nochmals Ding entdeckt.

Die Geschichte ist in schöner Form erzählt die zu einem unterhält und zum anderen Dinge kritisch beleuchtet ohne zu sehr ein Lehrbuch sein zu wollen. Es wird vieles nur angedeutet und der Leser kann sich seine eigenen Gedanken machen.

Der Seelenspiegel und die Legende sind wirklich großartig und passen wunderbar zur Handlung. Hier werden dem Leser die Augen geöffnet und sich viel mit dem Thema „Burn-out“ beschäftigt. Der Autor lässt hier sein Erlebtes immer wieder einfließen. Sein Umgang mit der Krankheit wirkt trotz der ungewöhnlichen Form glaubhaft, auch wenn es dem Leser ein wenig Aufwand abverlangt und Mühe kostet. Der positive Effekt ist, dass sich der Leser direkt gedanklich mit der Thematik beschäftigen muss und nicht alles fertig serviert bekommt.

Fazit: Ein Sachbuch als Märchen geschrieben und das mit einer Tiefe und Offenheit die mich überzeugt hat. So einfach kann ein kompliziertes Thema erläutert werden, dafür fünf Sterne von mir.

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